![]() | Unsere Reise mit Prof. Dr. Dr. Ulrich Matthée aus Kiel galt den Jakobswegen nach Santiago de Compostela im nordwest-spanischen Galicien ebenso wie der Geschichte der Reconquista, also der Rückeroberung der iberischen Halbinsel von den Mauren durch die Christen, die wiederum untrennbar mit der spanischen Reichseinigung und mit dem getrennten Weg der Portugiesen und somit der Etablierung zweier Herrscherhäuser und ihrer Eroberungen auf der ganzen Welt verbunden sind. Langer Rede - kurzer Sinn: Die Vorfreude war allenthalben groß. Für mich und eine weitere Dame war es die zweite Reise an den westlichen Rand des europäischen Kontinents mit dem profunden Kenner - Prof. Matthée. Den Neulingen erklärte der Professor seine "spirituelle Gemeinde zum gemeinsamen Schauen und Staunen, die sich gegenseitig befruchtet". Gute Kenner der Landkarte Europas wissen: Galizien gibt es zwei Mal: Hier in der Nordwestecke der iberischen Halbinsel - und im Osten Europas, im Gebiet des ehemaligen K.u.K.-Kronlandes um Lemberg/Lwow/Lwiw im nördlichen Vorland der Karpaten in der heutigen West-Ukraine. Dieses eigentliche Haliz (sprich Chalitsch) haben wir im Spätsommer 2000 besucht. 1 Geschichte 1.1 Der Apostel Jakobus San Tiago de Campus Stellae - das ist der heilige Jakobus auf dem Sternenfeld. Nach einer Legende trägt die alte Pilgerstadt heute den etwas spanischen Namen Santiago de Compostela. Ein Einsiedler namens Pelayo oder Pelagius habe immer wieder bei Nacht an einer bestimmten Stelle merkwürdige Lichterscheinungen wahrgenommen, einen Stern oder Sternenregen nieder gehen sehen - die Überlieferungen sind sich nicht ganz einig. Er berichtete den Kirchenoberen davon. Bischof Theodomir von Iria Flavia, dem heutigen Padrón, ließ dort graben und stieß auf ein Grabgewölbe. Er erkannte prompt, dass es sich um das Grab des Apostels Jakobus handelte. Der Mythos von Santiago war geboren.1 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Doch wie kam Jakobus vom Heiligen Land an die Gestade des Atlantik? Wir wissen, Jakobus der Ältere, Apostel (Markus 5, 37 ff.), Sohn des Zebedäus, Bruder des Evangelisten Johannes, ein galiläischer Fischer, wurde gegen 44 nach Christi hingerichtet, am 25. Juli.2 Dies soll König Herodes mit dem Schwert selbst getan haben (Apostelgeschichte 12, 1-2) und obendrein verboten haben, den Leichnam zu bestatten. So verblieb Jakobus zwischen dem Tod Jesu mit 36 Jahren um das Jahr 30 unserer Zeitrechnung und seinem eigenen genug Zeit, um in Spanien zu predigen. Nach seiner Hinrichtung sollen zwei Jünger im Schutze der Dunkelheit Kopf und Körper des Apostels zum Meer nach Jaffa gebracht haben, wo sie von einem Boot erwartet wurden, dessen Besatzung aus unsichtbaren Engeln bestand. Sie schifften sich mit dem Leichnam ein und landeten nach nur sieben Tagen an der Küste Galiciens bei Iria Flavia.3 Nach der Bekehrung der Königen Lupa erreichte der Körper mit einem Ochsengespann seinen Bestimmungsort, wo sich die Ochsen niederlegten. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Wann das Grab wieder gefunden wurde, ist nicht sicher. Bischof Theodomir starb 847. Damals herrschte König Alfons II. von Asturien (792 - 842), genannt der Keusche. Er eilte nach der Entdeckung als erster Pilger zum Grab. Das erste Dokument hierzu erschien 829. Angeblich hat die Auffindung zu Lebzeiten Karls des Großen stattgefunden, der 814 starb. Seis drum. Jedenfalls waren hundert Jahre zuvor, im Jahr 711, die Mauren auf die iberische Halbinsel vorgedrungen und hatten sie innerhalb weniger Jahre erobert. Ganz Iberien? Nein, der bergige, nasse, kalte Norden blieb unter der Herrschaft mehrerer kleiner Königreiche, die von den arabischen Kamelreitern nicht bezwungen werden konnten. | ![]() | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() | Beistand konnten die bedrängten Christen also dringend brauchen. Der heilige Jakob wurde neben dem heiligen Michael der Schutzheilige im Kampf gegen die Mauren. Mehrere geistliche Ritterorden, vor allem der 1161 gegründete "Orden von Compostela" tragen seinen Namen, den des Maurentöters, des "Matamoros". Und seit dem Bau der ersten Kirche 829 wurde Santiago neben Jerusalem der berühmteste Wallfahrtsort der Christenheit. zurück weiter 1.2 Liste der Könige 4 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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